Dienstag, 7. Mai 2002
Fussballphilosophie.




erniedrigung




fehlt noch ein ordentlicher Text darüber, warum man Weblogs liest und welche Art von Lesen das ist. Im Unterschied zu Texten darüber, was ein Weblog ist und warum Leute Weblogs haben. Ich glaube, dass so ein Text der wesentlich interessantere wäre. Mal sehen.




Gestern erst im vorletzten Profil das Interview mit Pim Fortuyn gelesen. Und sofort gedacht: Das ist der Typ, der es schaffen wird. Diese Sorte von Rechts. Konsumistisch, irgendwie liberal, das alte Yuppie-Programm ins Politische übersetzt. Nicht rassistisch, sondern gegen die Armen, die armen Fremden, das Dörflerische, Hinterwäldlerische. Hedonistischer Mittelschicht-Zweidrittel-Gesellschaft-Rechtsgrobianismus. Eure Armut kotzt mich an, so in etwa. Und er hatte Recht, dass er sich von Haider, Le Pen entschieden distanziert hat. Das war eine neue Sorte mit einer Markenidentität, die so gut ausgedacht war, als käme sie von einer Werbeagentur. Scheisse, dachte ich, das ist der Typ, der Haider immer sein wollte, das ist der Typ, der es geschafft hat, das Houellebecq-Programm ins Politische zu transformieren, das ist der Typ, den die in Airport Lounges und den Macchiato Bars alle wählen würden, wenn es ihn hier gäbe.

Irgendeiner wird es kopieren, in einem Jahr dann wieder, vielleicht erst in zwei Jahren. Aber der wird Wiedergänger haben, da bin ich sicher.




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