Oh, Sprengen des Gartens, das Grün zu ermutigen. Wässern der durstgen Bäume, gib mehr als genug, gib mehr, gib mehr, gib mehr als genug. Und vergiß auch nicht das Strauchwerk, auch das beerenlose nicht, das ermattete, und übersieh nicht zwischen den Blumen das Unkraut, das auch Durst hat. Noch gieße nur den frischen Rasen, oder den versengten nur, auch den nackten Boden erfrische du, erfrische du.

Hanns Eisler, Vom Sprengen des Gartens, Hollywooder Liederbuch.





Das ist eine der Websites, bei denen man dann nicht mehr weiß, ob sie einen glücklich machen oder in Tränen ausbrechen lassen.

Have you noticed that there are fragments of audiotape flapping in the wind?

Strands can be found all over the world, in gutters, snagged on trees, wherever tape players have ventured it seems they have chewed, snarled and spat too.

These fragments create a shifting inaudible soundscape that goes unnoticed. Some of the strands have travelled far, they are worn and battered but with careful attention and re-spooling, succumb to listening.

The fact that music can cross boundaries is well known, but this is physical, it really does.

Magnetic Migration Music made a tape gathering trip to the Pas de Calais in France, a migration bottleneck of Europe where the Red Cross set up the Sangatte camp for asylum seekers. Thousands of refugees find themselves at Sangatte next to the channel tunnel and the ferry terminals as they aim west towards the UK. During the trip 16 migrating tapes were picked up. Audio interviews were also made with asylum seekers and other travellers who were in the area as well as soundscape recordings. Radiophonic work will be made mixing the found and recorded sounds, these will also be available on the site.





johncoltrane.com





Gestern noch beim IKEA-Krebsessen gewesen. Sehr merkwürdiges Ritual. Lätzchen vor die Brust, Hütchen auf den Kopf, Flußkrebse auf den Teller. Ein Krebs, ein Aquavit, ein Lied. Ach, die Lieder, alter Schwede. Ich zitiere mal eines, die Melodie ist dieselbe wie bei Oh Tannenbaum.

En taggatråd, En taggatråd, det är en tråd med taggar på. Och är det inga taggar på så är det ingen taggatråd. En taggatråd, En taggatråd, det är en tråd med taggar på.
Zu deutsch:
Ein Stacheldraht, ein Stacheldraht, das ist ein Draht mit Stacheln dran. Und hätt´der keine Stacheln dran, dann wär´ es auch kein Stacheldraht. Ein Stacheldraht, ein Stacheldraht, das ist ein Draht mit Stacheln dran.





Donnerstag war ich in Köln, Popkomm, ein Interview. Ich wartete in der Senator Lounge des Hyatt auf meinen Gesprächspartner, sechs Stockwerke unter mir ein BMG-Zelt, das für die Tabaluga-Fortsetzung Maffays warb, im "Musikmarkt" die Ankündigung der Keynote von Rolf Schmidt-Holtz, CEO BMG, zum Thema Kopierschutz, und draußen vor der Tür saßen Dolezal & Rossacher und machten irgendwelche Deals klar. In einer Welt, in der Stil und Beruf etwas miteinander zu tun hätten, wären die beiden Hausmeister in Wien-Ottakring statt die Chronisten des Pop, dann kam wohl einer, den sie kannten, und sofort wurde einer der Torpedo-Twins so laut, dass ich es durch die dicke gepolsterte Tür der Senator Lounge mitanhören musste. Na servas, sagte Dolezalrossacher, küss die Hand, sagte Dolezalrossacher, geh setz di her zu uns, sagte Dolezalrossacher, dann sitzen 400 Jahr Häfn umadum.





Der perfekte P.O.P. du jour findet, was mich betrifft, hier & nirgendwo anders statt.





Unfassbar ist natürlich auch Helmut Lottis CD Tribute to the King.

Schönheit. ‘Ist für mich nicht so wichtig wie meine Musik, meine Platten, die Perfektionierung der DVD und der Super Audio CD. Schönheit ist zum Beispiel auch die atemberaubende Musik von Roby Lakatos. Seine klagende Zigeunervioline auf Are You Lonesome Tonight lässt mir Schauer über den Rücken laufen. Eine so vollendete, emotionale musikalische Klasse macht mich demütig.’

My Tribute to the King ist wie Magritte’s Gemälde Ceci n’est pas une pipe. My Tribute to the King ist nicht Elvis Presley. My Tribute to the King ist ein Gemälde des musikalischen Lebens von Elvis, signiert von Helmut Lotti.





BallongMagasinet is an artist-initiated sound gallery based in Oslo, Norway. It began in 1996 as a weekly radio program, broadcast on a local station. Now it has been transformed into a Real Audio performance on the internet, where we feature nordic and international artists. Our policy is to present a wide range of sound material — historical and contemporary, international and local; catchy, narrative, noisy, playful, etc. — with contributions from artists, composers, musicians and others.





Georg Simmel: Fragen über das Jodeln, Jahrbuch des Schweizer Alpenclub 14. Jg. Bern 1878-1879

Um Beantwortung nachstehender Fragen ersuche ich im Interesse einer anthropologischen Forschung, welche der merkwürdigen Erscheinung des Jodelns in der Geschichte der menschlichen Empfindungsäusserungen den gebührenden Platz anweisen möchte.

Ich ersuche deshalb ferner auch um Angabe der etwa vorhandenen Literatur über diesen Gegenstand und bitte, wenn Gelegenheit vorhanden ist, ihn der Beachtung und Beobachtung für wert zu halten.

Falls schon aus vorgängiger Erfahrung und Erinnerung ein exaktes Beantworten dieser Fragen möglich sein sollte, so bitte ich, dieselben, wenn sie bejaht werden, wenn möglich nicht mit einfachem Ja zu beantworten, sondern unter möglichst genauer Angabe der Verhältnisse, unter denen der beobachtete Fall eintrat, da nur so ein psychologisch wertvolles Resultat sich ziehen lässt, namentlich bei den Fragen 5, 8, 11, 14 und 15.

Übrigens ersuche ich um Mitteilung aller sonstigen, in den folgenden Fragen nicht vorgesehenen Beobachtungen über das Jodeln; auch wäre ein Aufschreiben von Jodlern in Noten sehr erwünscht.

1) Von welchem Lebensalter an und bis zu welchem Jodeln die Bergbewohner?

  1. Gibt es an einem und demselben Orte spezifisch verschiedene Arten des Jodelns und welche?

  2. Sind in den verschiedenen Gebirgsgegenden die Arten des Jodelns verschieden, und wie?

  3. Lässt sich etwa beobachten, dass die Höhe des Wohnortes eine Verschiedenheit im jodeln mit sich bringt, und welche?

  4. In welchem Verhältnis steht das gesprochene Wort zum Jodler?

  5. Welches sind die äussern Umstände, unter denen vorzugsweise gejodelt wird?

  6. In welchen Fällen dient es zu besonderen praktischen, vorzugsweise Verständigungszwecken?

  7. Lässt sich konstatieren, dass das Jodeln auch reiner, unbeabsichtigter Reflexlaut der Stimmung ist, d. h. gibt es Stimmungen, in denen der Bergbewohner ohne Rücksicht auf das Gehörtwerden, ja auf das Sichselbsthören, den äussern Ausgleich derselben im Jodeln in ähnlicher Weise sucht, wie man ihn im Schmerz, im Schreien und Seufzen sucht?

  8. Was sind das für Stimmungen? Etwa u. a. die der geschlechtlichen Erregung?

  9. Lässt sich überhaupt konstatieren, dass das Jodeln, ähnlich manchen Schnadahüpfeln, eine Verständigung zwischen Bursch und Dirne ist, wenn auch nicht mit den direkten Zwecken, wie der Paarungsruf der Tiere, so doch ein Zeichen gegenseitiger Neigung und Einverständnisses? Oder dient es auch nur von einer Seite ähnlichen Zwecken?

  10. Wie wichtige Faktoren bei der Ausübung des Jodelns bilden die Gewohnheit, die Lust an der Sache und der Ehrgeiz (auch vor dein andern Geschlecht), vollkommener als die Andern zu jodeln?

  11. Jodeln auch Frauen, von welchem Alter an, und unterscheidet sich dies vom jodeln der Männer?

  12. Ist etwa das Vergnügen am Spiele des Echo's ein Moment zur Ausbildung des Jodelns?

  13. Ist etwa im Lauf der Zeit eine allgemeine Abnahme im Jodeln bemerkbar?

  14. Ist etwas dem jodeln Identisches oder auch nur Analoges im flachen Lande, überhaupt ausserhalb der Alpen bemerkt worden?

Um gefällige Antwort bittet ganz ergebenst. Georg Simmel Berlin, W., Magdeburgerstraße 31





What I hear is Thinking too. Deleuze and Guatarri Go Pop.





The Sweets of Siam. Ist mir schon lange nicht mehr passiert. Stehenbleiben, hinhören, begeistert sein. Was ist das? fragen.





Daily Disco: INCredible Sound of Gilles Peterson. Hier die Tracklist.





The Cannonball Adderley Quintet, Country Preacher Attwenger, Song Louie Austen, ConseQuences Albert Ayler, Love Cry Chet Baker, Sings And Plays From The Film "Let´s Get Lost" Patricia Barber, Modern Cool Gato Barbieri, Chapter Three: Viva Emiliano Zapata The Beach Boys, Pet Sounds Beethoven, Sämtliche Klaviersonaten, Friedrich Gulda Bernd Begemann, Solange die Rasenmäher singen Lily Boniche, Alger Alger James Brown, Live At The Apollo Tim Buckley, Greetings From L.A. Burger/Ink, [Las Vegas] John Cage, Music of Changes Leonard Cohen, Songs of Love And Hate Johnny Cash, At San Quentin Ornette Coleman, Skies Of America Ornette Coleman, The Shape Of Jazz To Come Alice Coltrane, Journey in Satchidananda John Coltrane, A Love Supreme John Coltrane, Olé Miles Davis, Birth Of The Cool Miles Davis, Bitches Brew Miles Davis, In A Silent Way Bob Dylan, Blood On The Tracks Bob Dylan, Hard Rain The Egg, Travelator Hanns Eisler, Kammermusik Kathleen Ferrier, Bach: Matthäuspassion Kathleen Ferrier, Brahms / Mahler Flowerpornoes, Ich & Ich Serge Gainsbourg, Histoire de Melody Nelson Serge Gainsbourg, L' homme à tete de chou Marvin Gaye, What´s Going On Beniamino Gigli, Arias And Duets Dizzy Gillespie, Swing Low Sweet Cadillac Charlie Haden & Hank Jones, Steal Away Herbie Hancock, Maiden Voyage Johnny Hartman, I Just Dropped By To Say Hello Isaac Hayes, Black Moses Billie Holiday, Songs For Distingué Lovers Mark Hollis, Mark Hollis Freddie Hubbard, Sing Me A Song Of Songmy Hula, Murmur Roland Kirk, Volunteered Slavery Ernst Krenek, Guten Morgen, Amerika Lene Lovich, Stateless Arto Lindsay, O Corpo Sutil Love Inc., Live´s A Gas LTJ Bukem, Journey Inwards Greil Marcus (ed), Lipstick Traces Material, Hallucination Engine Material, One Down Les McCann, Layers Charles Mingus, Mingus Ah Um Joni Mitchell, Hejira Thelonious Monk, Monk´s Music Van Morrison, Into The Music Me'Shell NdegéOcello, Plantation Lullabies Nightmares On Wax, A Word Of Science Luigi Nono, Fragmente - Stille, An Diotima Ann Peebles, Straight From The Heart Art Pepper, Intensity Pere Ubu, The Modern Dance Iggy Pop, Raw Power Prefab Sprout, Steve McQueen Prince, Dirty Mind The Red Crayola With Art & Language, Kangaroo? Rip Rig + Panic, God Rockers Hi-Fi, Rockers To Rockers Sonny Rollins, Alfie Sonny Rollins, The Bridge Pharoah Sanders, Izipho Zam Gil Scott-Heron, Moving Target Gil Scott-Heron, Winter In America Archie Shepp, Fire Music Frank Sinatra, Sings For Only The Lonely Nancy Sinatra, Boots Soft Machine, Six Sonic Youth, Goo Dusty Springfield, Dusty Sings Burt Bacharach Favorites The Smiths, The World Won´t Listen Mark Stewart, As The Veneer Of Democracy Starts To Fall The Stranglers, Rattus Norvegicus Talking Heads, More Songs About Buildings And Food Jimi Tenor, Out Of Nowhere Ali Farka Toure, The Source The Velvet Underground & Nico Scott Walker, Tilt Anton von Webern, Gesamtwerk [Boulez] Paul Weller, Heliocentric Wire, 154 Wire, Red Flag Robert Wyatt, Old Rottenhat Robert Wyatt, Shleep Bobby Womack, Communication Joe Zawinul, Zawinul Tom Zé, Brazil Classics 4, compiled by David Byrne Alexander von Zemlinsky, Lyric Symphony, Six Maeterlinck Songs





In Jazz Thing (ärgerlich schlecht gestaltete Website übrigens für ein schön layoutetes Magazin) eine interessante Geschichte gelesen: bei Columbia Legacy Records arbeitet man gerade an einem Boxed Set mit den Complete Sessions von Miles Davis´ Tribute to Jack Johnson. 4 CDs, ziemlich entfesselter Rockismus-Black Power-Up-Your-White-Ass-Irrsinn, der für die Originalausgabe von 1970 gewaltig gekürzt werden musste. Das Teil war schon in der edited version nemesishaft mächtig; jetzt, meint Jazz Thing, kämen da noch viertelstündige JohnMcLauglin-Soli und ähnliche Enthemmheiten zutage. Sehr spannend.

Auf den einschlägigen Sony- und MD-Websites konnte ich darüber noch nichts finden, wird wohl noch etwas auf sich warten lassen.





Günther Jacobs revolutionäre Jukebox:

* ACID HORSE "No Name, No Slogan" * ADEVA "Musical Freedom" * ALBAN BERG "Wozzeck" * ANTI SOCIAL WORKERS "Democracy Is..." * ARMANDO "Land of Confusion" * ARRESTED DEVELOPMENT "Revolution" * ATARI TEENAGE RIOT "Deutschland Has Gotta Die!" * BABY FORD "Oochy Koochy" * BDP "The Racist" * BESSIE SMITH "Poor Man's Blues" * BILLIE HOLIDAY "Strange Fruits" * BLACK SHEEP "A Wolf In Sheeps Clothing" * BOB DYLAN "Hurricane" * BROTHER D "Clappers Power" * BUFFIE SAINTE-MARIE "Song Of The French Partisan" * CABARET VOLTAIRE "Baader Meinhof" * CAROL KING "It's Too Late" * CHALKDUST "Carnival" (Calypso) * CHARLIE HADEN LIBERATION ORCHESTRA "Song For Che" * CINDERELLA MC "Loneliness" * CLASH "Armagideon Time" * COMEDIAN HARMONISTS "Bin kein Hauptmann, bin kein großes Tier" * COUNTRY JOE "I-Feel-Like-I'm-Fixin'-To-Die Rag" * CURTIS MAYFIELD "Keep On Pushing" * CRASS "Sheep Farming In The Falklands" * DAVE CLARK "Red 1-3" * DAVID BOWIE "Rebel Rebel" * DEAD KENNEDYS "Frankenchrist" * DEGENHARDT "Irgendwas mach'ich mal" * DEVINE STYLER "Word Power" * DONNY HATHAWAY "The Ghetto" * 808 STATE "Cübik" * EC8OR "Spex Is A Fat Bitch" * EDDIE COCHRAN "Summertime Blues" * EDGAR BROUGHTON BAND "American Boy Soldier" * EDWIN STARR "War" * ERIC BURDON "Sky Pilot" * ERNST BUSCH "Der heimliche Aufmarsch" (GJ-Remix) * ERNST BUSCH "Der Barrikaden-Tauber/ Aufn. aus den 30er Jahren" * FATBOY SLIM "The Weekend Starts Here" * FUGS "CIA Man" * GANG OF FOUR "Entertainment" * GANG STARR "Conscience Be Free" * GARY BARTZ "Vietcong" * GARY CLAIL "Privatisation Program" * GIL SCOTT-HERON "The Revolution Will Not Be Televised" * HEINER GOEBBELS "Berlin, Q-Damm 12.4.81" * HUAH "Scheiß Kapitalismus" * JACKIE McLEAN "Fidel (Castro)" * JAMES BROWN "Public Enemy No.1" * JEFFERSON AIRPLANE "Volunteers" * JIMI HENDRIX "The Star Spangled Banner" * JIMMY CLIFF "Vietnam" * JOE GIBS ALLSTARS "Hijacked (to Cuba)" * JOHN COLTRANE "A Love Supreme" * JOHNNY CASH "San Quentin (Prison)" * JOHNNY DAE "Rock Around The Clock" * KEN BOOTH "Is It Because I'm Black?" (Cover) * LAST POETS "When The Revolution Comes" * LAURENT GARNIER "Wake Up" * LEE DORSEY "Yes We Can" * LEE PERRY "Free The Prisoners" * LEFTFIELD "Leftism" * LINTON KWESI JOHNSON "What About Di Workin'Claas?" * LOU RAWLS "Southside Blues/Tobacco Road" * LOUIS ARMSTRONG "Mack The Knife" * MANDRILL "Warning Blues" * MARK ANTHONY TURNAGE "Greek" * MARLENE DIETRICH "Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre" * MARC ALMOND "Pirate Jenny" * MARILYN MONROE "Diamonds Are A Girls Best Friend" * MARVIN GAYE "What's Going On" * MASSIVE ATTACKE "Daydreaming" * MC PEACHES "More Than Just A Pretty Face" * MILES DAVIS "Bitches Brew" * MINUTEMEN "Song For El Salvador" * MODERN REVOLUTIONARY BALLET "Red Detachment of Women" * MORCHEEBA "Who Can You Trust?" * NAPALM DEATH "Mentally Mudered" * NICOLETTE "No Goverment" * NINA SIMONE "Mr.Backlash" * PENELOPE HOUSTON "Glad I'm A Girl" * PETE SEEGER "... Sings Leadbelly" * PHILL LYNOTT/Thin Lizzy "Jailbreak" * PHIL OCHS "I Ain't Marchin'Anymore" * PIERRE SCHAEFFER "êtude aux objets" * POP GROUP "We Are All Prostitutes" * PRINCE "The Glamorous Life" * PUBLIC ENEMY "Rebel Without A Pause" * RADIERER "Probleme, Probleme" * RED CRAYOLA "Soldier Talk" * ROBERT WYATT "Dondestan" * SALT'N'PEPA "Independent Woman" * SCHÖNBERG, Arnold "Fünf Klavierstücke op.23" * SCRITTI POLITTI "J. Derrida" * SEPULTURA "Policia" * SERGE GAINSBOURG "Aux Armes Etc." * SEX PISTOLS "God Save The Queen" * SLY & THE FAMILY STONE "There's A Riot Goin'On" * SOGENANNTES LINKSRADIKALES BLASORCHESTER "Baderkatalog" * STOCKHAUSEN "Kontra-Punkte" * STIFF LITTLE FINGERS "Fly The Flag" * STYLE COUNCIL "Internationalists" * TAPPER ZUKIE "Tribute To Steve Biko" * THE BELAFONTE FOLK SINGERS "THe Ballad of Sigmund Freud" * THE CHI-LITES "Give More Power To The People" * THE FOG "Been A Lomg Time" * THE MORE EXTENDED VERSIONS/Cpt.KIRK & "Round About Wyatt" * THE NEVILLE BROTHERS "Sister Rosa (Park)" * THE NEW SINGERS "The Internationale" * THE NEW SINGERS "Rise Up (Comintern)" * THE NEW SINGERS "Forward, We've Not Forgotten" * THE O'JAYS "Ship Ahoy" * THE POINTER SISTERS "Yes We Can Can" * THE RUTS "S.U.S." * THE STAPLE SINGERS "Long Walk To D.C." * THE TEMPTATIONS "Ball Of Confusion" * THERESE GIEHSE "Lob des Kommunismus" * TWO NICE GIRLS "The Queer Song" * UNDERGROUND RESISTANCE "Riot EP" * URBAN SPECIES/TERRY CALLIER "Religion & Politics" * U-ROY "Natty Rebel" * WAR "The World Is A Ghetto" * WILLIE NELSON "Shotgun Willie" * WOLF BIERMANN "Enfant perdu" * WOODY GUTHRIE "Songs of Spanish Civil War" * WILLIE MAE THORNTON "Hound Dog" * ZAPPA "We're Only In It For The Money"
Meine sähe ganz anders aus. Nicht so manifestös, glaube ich. Love Supreme wäre nicht drauf, sondern eher Ole. Bitches Brew geht in Ordnung. Berg nicht, dafür Webern. Die Pop Group nicht, aber Rip Rig & Panic. Sowieso Roland Kirk. Wire fehlen. Electronisches. Cage, Ornette Coleman. Mehr Funk. Das Gainsbourg-Teil ist auch nicht das revolutionärste, das er gemacht hat.

Aber die Idee ist gut.

Die Frage ist: was müsste eine revolutionäre Musicbox können? Welche Gefühle, welches Wissen, welchen Körper sollte sie erzeugen? [Und was wäre eine konterrevolutionäre Musicbox? Vielleicht ist das sogar die noch interessantere Frage]





verve remixed





Babyblaue Seiten.





mark stewart and the maffia

Aus der Frühgeschichte: A BLUFFER'S GUIDE TO MARK STEWART AND THE MAFFIA. Ein paar mp3s gibt es auf dub.org





Reitz: Die Streicher, die Cellisten, aber noch mehr die Geiger, bekommen arge Schwierigkeiten mit der Wirbelsäule, weil das asymmetrisch ist, eine ganz asymmetrische Haltung ist das. Die eine Hand ist immer hier auf dem Griff. Die haben viel mit Rückenschmerzen zu tun.

Alle Musiker haben irgendwelche Ticks. Man entkommt dem ja auch nicht. Für jedes Instrument gibt es einen eigenen Tick. Die Gitarristen mit ihren Fingernägeln, die eine Höllenangst haben, sich ihre Nägel abzubrechen. Die Flötisten, die immer ihre Lippen anfeuchten. Die Geiger mit ihren großen Exzemen am Hals, die Pianisten mit Furunkeln am Hintern. Jeder hat so etwas. Die Cellisten mit ihrer Hornhaut. Wie die sich ihre Hornhaut an der linken Hand pflegen müssen. Da gibt es bestimmte Hornhautstellen, wenn die ein bißchen Schaden nehmen, dann geht es nicht mehr. Musik funktioniert ja nur durch bestimmte körperliche Deformationen. Es gibt bestimmte Hornhautstellen, es kommt darauf an, wie lang die Fingernägel sind. Wenn man in der Badewanne war, und es löst sich die Hornhaut, eine Katastrophe. Das sind Sachen, die man als Nichtmusiker alle nicht weiß. Und diese Deformationen sind mühselig antrainiert.

Ich habe einen Freund, der ist Zahnarzt. Der hat sich darauf spezialisiert, Zahnprothesen für Trompeter zu machen. Die kommen ja auch irgendwann in das Alter. Der hat sich einen internationalen Ruf damit verschafft, daß er Zahnprothesen für Trompeter anfertigt. Was der mir erzählt über seine Kunden, was die für Probleme damit haben, das ist unglaublich. Ein Zahn, der ein bißchen anders geschliffen wird, und schon kommt der Ton nicht mehr, der reinste Wahnsinn. Der musste das ganz genau studieren: Wo der Ton entsteht zwischen Lippen und Zähnen, wie sich gewisse Hohlräume bilden u.s.w. Das wieder nachzubilden, damit das gleiche Volumen wieder entsteht, dergleiche Andruck, das schafft man kaum. Das sind ja winzigste Unterschiede. Mein Freund hat Experimente angestellt über die Empfindlichkeit des Gebisses. Was kann der Mensch noch zwischen den Zähnen empfinden? Wie dünn muss etwas sein, damit man es beim Biss nicht mehr bemerkt? Das ist bloß ein Hauch. Man empfindet Millimeter-Bruchteile. Man empfindet Größenunterschiede, die unter einem normalen Mikroskop kaum erkennbar seind. Man muss das in My messen.

Ich bewundere Musiker, weil sie in diesen My-Bereichen unglaubliche Sicherheit entwickeln. Ich höre ja bestimmte Dinge gar nicht, zum Beispiel in der Intonierung. Es kommt immer wieder vor, dass Salome sagt: "Ich kann das nicht aushalten, der spielt immer einer Viertelton zu hoch, und das reibt sich mit den anderen Instrumenten." Das ist eine Schulung des Gehörs, die man normalerweise nicht hat. Es ist wirklich fantastisch. Ich habe mich immer gefragt, wie kann man mit dem Finger da hingreifen, auf die Saite, und das ist um den Bruchteil eines Millimeters die richtige Stelle, und das in Läufen, in denen 30 Töne in einer Sekunde vorkommen, und alle stimmen? Woher weiß das die Hand, woher hat das Hirn diese Genauigkeit, wie kann die Muskulatur so genau sein, während ich manchmal Schwierigkeiten habe, beim Nachhausekommen mit dem Schlüssel das Schloss zu finden?

Praschl: Bei Sängern kommt ja noch dazu, dass sie sich selbst über die Knochenleitung hören, und dass, was sie singen, für sie selbst völlig anders klingt als für jeden anderen…

Reitz: Dazu habe ich etwas Interessantes gehört. Sehr viele Sänger erleben, dass sie schlagartig nicht mehr singen können. Jetzt ist man dahinter gekommen, was da passiert. Die bekommen einen Gehörschaden durch die Lautstärke ihrer eigenen Stimme. Beim Operngesang erreicht das im Ohr über 120 Dezibel. Das sind Lautstärken, die übersteigen einen Presslufthammer und ein Düsenflugzeug aus nächster Nähe. Das ist bei Fortissimo-Stellen im Operngesang mit der eigenen Stimme im Ohr der Fall. Das hat man deswegen so lange nicht verstanden, weil man nie über die Wahrnehmung nachdachte, die der Sänger von seiner eigenen Stimme hat. Darauf kommt man ja auch nicht so schnell: Dass Sänger durch ihren eigenen Gesang plötzlich einen Hörschaden bekommen, und dann können sie nicht mehr singen.

Aus einem in der Abschrift 82 Seiten langen Interview, das ich vor Jahren mit Edgar Reitz geführt habe.





die 2002 "neu", "modern", "zeitgemäß" usw. wäre? Was müsste diese Musik haben, was dürfte sie nicht haben? Wie müsste man sie hören, wie dürfte man sie nicht hören?

Vorausgesetzt, es hat noch irgendeinen Sinn, eine solche Frage zu stellen, was eine weitere Frage wäre, und falls nein: warum nicht und seit wann nicht?

Fragte ich mich nach der Lektüre eines Textes mit dem Titel Situationist Symphony, No.1.

Antworten willkommen.





Da könnt Ihr mal reinhören, das ist gut: Mix of the Week. Danke Stefan.





Thomas Moores beglückende Sammlung: Über 9500 Links zur Neuen Musik.

Dort gefunden: John Cage, Indeterminacy, auch so eine Art von Netz.





Im Rolling Stone: The 50 uncoolest records (that we love). Die gefetteten besitze ich oder habe ich mal besessen. Besessenheit is the word.

1. The Carpenters: Live at the Palladium, 1976 2. Andrew W.K.: I Get Wet, 2002 3. Biz Markie: The Biz Never Sleeps, 1989 4. Bread: The Best of Bread, 1972 5. Accept, Balls to the Wall, 1984 6. Freddie and the Dreamers: Freddie and the Dreamers, 1963 7. Neil Diamond: Velvet Gloves and Spit, 1968 8. Weezer: Weezer, 1994 9. The Fifth Dimension: Up, Up and Away, 1967 10. Various Artists: Freedom Rock, 1987 11. Burt Bacharach: Reach Out, 1967 12. Shania Twain: Come On Over, 1997 13. Venom: At War With Satan, 1985 14. Meat Loaf: Bat Out of Hell, 1977 15. The Moog Cookbook: Ye Olde Space Band, 1997 16. Hanson: Middle of Nowhere, 1997 17. John Denver: A Gentle Evening With John Denver, 1975 18. Perrey and Kingsley: The In Sound From Way Out, 1966 19. Supertramp: Breakfast in America, 1979 20. Kris Kross: Totally Krossed Out, 1992 21.  Rod Stewart: Blondes Have More Fun, 1978 22. Louvin Brothers: Satan Is Real, 1960 23. The Commodores: Commodores, 1977 24. George Michael: Listen Without Prejudice Vol. 1, 1990 25. Klaatu: Klaatu, 1976 26. Rick Nelson: Ricky, 1957 27. The Beach Boys: Love You, 1977 28. Haircut One Hundred: Pelican West, 1983 29.  Johnny Paycheck: She's All I Got, 1971 30. Sparks: Kimono My House, 1974 31. The Knack: Get The Knack, 1979 32. Vince Guaraldi, Greatest Hits, 1962 33. Bay City Rollers: Greatest Hits, 1977 34.  Pet Shop Boys: Actually, 1987 35. Johnny Mathis: Greatest Hits, 1962 36. The Monkees: Greatest Hits, 1976 37. Tesla: Five Man Acoustical Jam, 1990 38. The Electric Light Orchestra: A New World Record, 1976 39. Bob Seger: Night Moves, 1976 40. Hank Williams, Sr.: As Luke the Drifter, 1966 41. Barenaked Ladies: Gordon, 1992 42. Joe Meek: The Amazing World of, 1995 43. The Honeys: Collection, 2001 44. America: History: America's Greatest Hits, 1975 45. Cinderella: Long Cold Winter, 1988 46. Graham Gouldman: The Graham Gouldman Thing, 1968 47. Elvis Presley: Clambake, 1967 48. The Proclaimers: Sunshine on Leith, 1988 49. The Bee Gees: Bee Gees 1st, 1967 50.  Blue Oyster Cult: Secret Treaties, 1974





spiesser

gibt es bei Vinyl Lives!





So einen Satz würde ich zwar selber nie schreiben, aber stimmen tut er. Man kann diese Musik aber auch tagsüber beim Arbeiten hören. Oder beim Musikhören. Von Jun Miyake ist bei Tropical Music im vergangenen Jahr das wunderbare Album Mondo Erotica! erschienen und jetzt gerade das ebenso wunderbare Album Innocent Bossa in the mirror. Stylisher Avantgarde-Bossa Nova, Arto Lindsay spielt mit, Peter Scherer und Vinicius Cantuaria.

Zwei Klangproben als mp3s: Aus Mondo Erotica!: hier Aus Innocent Bossa: hier