was das sein könnte, die Kommerzialisierung von Weblogs. Bezahltes Hosting, Werbebanner, bezahlter Content, Micro-Payment, angeschlossen sein an "kommerzielle" Medien, mag alles sein. Ich vermute ja, dass die Sache, von der Marcus spricht, einfach damit zu tun hat, dass der Name "Weblog" nicht mehr so eindeutig gebraucht werden kann wie in der Pionier-Phase. Je länger es Weblogs gibt, desto vielfältiger und unübersichtlicher die Verhältnisse von Haltung, Inhalte, Technologie, Publikationsform, Sprechweise, Stil, Absicht, Genre-Definition usw. Vor zwei Jahren noch, scheint mir, hatten fast alle Weblogs vergleichbare Haltungen (radikal demokratisch, open source, ein bißchen nerdistisch, civil rights, strikte Unkommerzialität). Jetzt differenziert sich das halt alles aus, und je mehr Weblogs es gibt, desto mehr schlimme, banale, unerhebliche gibt es auch. Dasselbe wie mit Büchern, Musik, Filmen. Vermutlich sind wir noch in dieser Zwischenphase: Weblogs sind nicht mehr das heiße neue Ding, aber auch noch nicht so durchgesetzt, dass man sie als Selbstverständlichkeit empfindet. Über Bücher zum Beispiel sagt niemand: Schon kommerzialisiert, nicht mehr hip, Karawane zieht weiter, nächste Oase lockt schon. In 2 Jahren wird es auch niemand mehr über Weblogs sagen, denke ich. Dann wird man, denke ich, nur noch darüber reden, ob bestimmte Weblogs gut sind oder schlecht.