Im Zusammenhang mit der Möllemann-Diskussion tauchen wieder diese Wendungen auf, die mich schon immer mystifiziert haben: "sich den Mund nicht verbieten lassen" oder "mundtot machen". Wie, frage ich mich, soll das denn eigentlich gehen, jemandem den Mund zu verbieten? Kommt da einer und sagt: Du darfst ab jetzt nichts mehr sagen! Und falls das geschähe, was würde einen daran hindern können, wirklich nichts mehr zu sagen? Glaubt irgendjemand wirklich daran, dass wirklich jemand versucht, einen wie Möllemann am Reden zu hindern oder dass das gelänge? Sagt der Mensch, der nicht mundtot gemacht werden will, eigentlich nicht bloß: dass ihm nicht widersprochen werden soll? Also: dass er es gerne hätte, wenn der Mund des anderen tot wäre?