[Arbeit am Koerper]
Erfolgsmärchen.
Es war einmal ein Kind eigensinnig und tat nicht, was seine Mutter haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und ließ es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen, und in kurzem lag es auf dem Totenbettchen. Als es nun ins Grab versenkt und die Erde über es hingedeckt war, so kam auf einmal sein Ärmchen wieder hervor und reichte in die Höhe, und wenn sie es hineinlegten und frische Erde darüber taten, so half das nicht, und das Ärmchen kam immer wieder heraus. Da mußte die Mutter selbst zum Grabe gehen und mit der Rute aufs Ärmchen schlagen, und wie sie das getan hatte, zog es sich hinein, und das Kind hatte nun erst Ruhe unter der Erde.
brüder grimm: das eigensinnige kind.

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praschl, 12. Mai 2004, 01:09
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gHack, Mittwoch, 12. Mai 2004, 08:43
Hunsrück-Voodoo
Eine deutsche Zombiegeschichte.

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gestern nachts, als ich darauf stieß, ohne es gesucht zu haben, wie immer, wenn man das internet anfasst, war ich darüber so erschrocken, dass ich ganz beklommen ins bett ging: dass noch die toten kinder in ihre gräber zurückgeprügelt werden müssen, von den eigenen müttern ...

heute morgen dann dieser andere schrecken, dieses foto vom vater nick bergs.

too dark yet.

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Das dunkle Gesicht der Romantik. Im Märchen.

Denke nach: Individuelles Leid (Berg) der eigenen Leute gegen kollektiv-anonymes Leid der anderen (Abu Graib).

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ich glaube nicht. die abu graib-fotos zeigen täter und ihre untaten, das foto mit michael berg zeigt den effekt einer untat. in abu graib sind die gesichter derer, die die untaten ertragen müssen, nicht nur deswegen verhüllt, um die folter zu steigern (und vielleicht die täter für sie unidentifizierbar zu machen; obwohl es den quellen zufolge den folterern egal war, erkannt zu werden).

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stattkatze, Mittwoch, 12. Mai 2004, 09:25
das ist es
wogegen man anschreiben muß. jeden tag. und -leben.

danke.

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knoerer, Mittwoch, 12. Mai 2004, 09:51
Das ist Alexander Kluges (-> Erratika) Lieblingsmärchen, sein Emblem für den Eigensinn in der Geschichte.

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weil
es die populistische version der hiob story ist

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auch schön:
von meret becker gelesen, als mp3 zu gemüte geführt ...

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MH, Mittwoch, 12. Mai 2004, 11:48
Christoph Meckel hat irgendwo mal Pinocchio auseinander genommen, einer seiner besten Texte. Was Kindern so an pädagogisch wertvollem Dreck um die Ohren gehauen wird, geht sowieso auf keine Kuhhaut.

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Einmal hab ich erlebt wie eine sorbische Oma mit ihren Enkeln ein Hänsel-und Gretel-Bild ansah und das eine Kind sagte (auf deutsch): "Der Junge heißt Hänsel, das Mädchen heißt Gretel, und wie heißt die Hexe?"

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